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Cartoni animati! Geburtstag: 5 Jahre! Kidsgo Kompetenzzentrum Bundesweiter Vorlesetag

 

Newsletter Kompetenzzentrum Sprachförderung, Bezirksregierung Köln

mehrSprache e.V. feierte 5. Jubiläum

Über hundert Kinder und Eltern feierten Ende Mai 2007 das fünfjährige Jubiläum des Vereins mehrSprache e.V. in Köln-Sülz. Sie ließen Grußkarten an Luftballons emporsteigen und gestalteten ein gemeinsames Puzzle unter dem Motto „Wir sind bunt!“. Die Kinder trugen mit ihren muttersprachlichen Erzieherinnen Lieder und kleine Theaterstücke in ihren jeweiligen Sprachen vor. 

Als Gäste bereicherten Helga Blömer-Frerker, Bezirksvorsteherin im Stadtbezirk Lindenthal/Sülz, und Frau Prof. Dr. Claudia Maria Riehl, Vorsitzende des Zentrums Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit, Universität zu Köln, das Fest der Sprachen.
 
Auf Anregung von Regine Fehlings de Acurio gründeten im Sommer 2002 Sprachwissenschaftler, Pädagogen und engagierte Eltern den gemeinnützigen Verein, der mittlerweile auch anerkannter Träger der freien Jugendhilfe ist. Unter den Gründungsmitgliedern waren auch
Herr Ortmann, Direktor des Hürther Albert-Schweitzer-Gymnasiums mit bilingualem, spanischem Zweig und sein Stellvertreter, Herr Schäfer.

Ziel von mehrSprache e.V. ist die Förderung von Ein- und Mehrspracherwerb von Kindern. mehrSprache bezieht sich dabei sowohl auf ´mehr´ Sprache, die wir Erwachsene mit Kindern sprechen sollten, als auch auf `Mehrsprachigkeit´. Das Konzept ist eine ganzheitliche Förderung und fußt auf drei Säulen: Sprachfördergruppen, Elternbildung und Fortbildung von Erzieher/innen und Lehrer/innen. 

Sprachfördergruppen: Aktuell gibt es von mehrSprache e.V. in Köln neun Spiel- und Projektgruppen in fünf Sprachen: Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Ungarisch und Persisch. 

Das Angebot richtet sich an Kinder aus binationalen Partnerschaften zur Förderung der `schwachen´Sprache, an Kinder aus Familien, die zu Hause nicht Deutsch sprechen zur Förderung der Muttersprache sowie an Kinder aus deutschsprachigen Familien zur Chancengleichheit und Förderung einer frühen Zweitsprache.  

In Kleingruppen von ca. 8 Kindern gehen die muttersprachlichen Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder ein und holen sie sprachlich und sozial `dort´ ab, wo sie stehen. 

Projektthemen und Lernziele werden unter der Leitung von Paola Longobardi, Vorstandsmitglied von mehrSprache e.V.,  gemeinsam mit den Gruppenleiterinnen erarbeitet und reflektiert. 

In den Spielgruppen für die Kleinsten bis 2 Jahre und für Kinder von 3 bis 5 Jahre erleben die Kinder die nicht-deutsche Familiensprache als Umgebungssprache. Neben dem Aufbau von Verstehen durch Lieder und Geschichten erfahren die Kinder echte kommunikative Zwecke der `anderen´ Sprache in Spielen und Aktivitäten. Die nicht deutsche Sprache wird für die Kinder sinnvoll, Mehrsprachigkeit wird als `normal´ erlebt. Einer Verweigerung der nicht-deutschen Familiensprache wird so vorgebeugt.  

Um unsere großen Kinder altersgemäß zu fördern, haben wir für Vorschul- und Grundschulkinder Projektgruppen gegründet. Im 2. Quartal 07 wurde das Projekt "Wasser" erarbeitet: was schwimmt, was geht unter, was löst sich auf? Durch das Experimentieren mit Wasser erschließen sich unsere "Großen" einen neuen spannenden Wortschatz. Gleichzeitig probieren sie unterschiedliche Satzbaupläne, lesen und schreiben über ihre Beobachtungen und Erfahrungen mit den Projektthemen in der nicht-deutschen Sprache.  

Elternbildung: Die Sprachwissenschaftlerin und Pädagogin Regine Fehlings de Acurio und die Bildungstechnologin Corine Vega, selbst Mütter von mehrsprachigen Kindern, haben einen Workshop für die spezifischen Fragen und Unsicherheiten von Eltern, die ihre Kinder mehrsprachig erziehen, konzipiert. In dem Workshop `mehrsprachig erziehen – eine Lust oder eine Last?´ erkennen Eltern von mehrsprachigen Kindern oder solchen, die es werden möchten, ihre speziellen `Problemchen´ wieder. In Kleingruppen bearbeiten sie typische Fallbeispiele und tauschen sich u.a. darüber aus, ob Mehrsprachigkeit ein Kind überfordern könnte, warum das Kind nur Deutsch spricht, warum das Kind die Sprachen mischt, welche Strategien es zur Trennung der Sprachen in den unterschiedlichsten Familientypen gibt und wie Sprechfreude und Sprachenlernen gefördert werden können. Im Team-Teaching moderieren und beobachten die Referentinnen die Diskussionen und geben ein wissenschaftliches feedback mit entsprechenden Verhaltensempfehlungen. 

Die Workshops werden regelmäßig alle 3  Monate angeboten. Der nächste Termin ist im Oktober 2007. 

Fortbildung: mehrSprache e.V. bietet zwei Fortbildungen an: „Sprachförderung in Kindertagesstätten“ und der Workshop „Mit Sprache spielen“. 

Das Fortbildungsangebot „Sprachförderung in Kindertagesstätten“ wird von Regine Fehlings de Acurio direkt mit den Kindertagesstätten durchgeführt, so dass deren spezielle Situation berücksichtigt werden kann und alle Erzieher/innen einer Einrichtung beteiligt sind. Schwerpunkt der Fortbildungen sind Sprachverhalten, Sprachbeobachtung und Sensibilisierung für vorhandene Sprachkompetenzen, Sprachförderprinzipien und Sprachtrennungsregeln in bilingualen Einrichtungen. Carrusel e.V., die spanisch-deutsche Kindertagesstätte in Bonn nahm als einer der ersten Kindergärten das Fortbildungsangebot wahr. 

Die Praxis der spielerischen Sprachförderung wird in dem Workshop „Mit Sprache spielen“ von Frau Paola Longobardi vermittelt. Der beste Weg zur Sprachförderung ist die spielerische Annäherung an die eigene oder an eine fremde Sprache. Insbesondere für die Zeit vor dem Kindergartenalter gibt es wenige Praxisanleitungen. Ziel ist die Sprachförderung mit sinnlichen und motorischen Eindrücken zu kombinieren und damit in der Wirkung zu vergrößern. Im Vordergrund stehen Wortschatz- und Grammatikerweiterung, Lautbildung und die Ermutigung zum Sprechen. Der Workshop richtet sich an Erziehr/innen und Eltern. 

mehrSprache e.V. arbeitet auch mit anderen Institutionen zusammen, um die Fort- und Weiterbildung von Erziehungskräften zu unterstützen, z.B. mit der Kolping Akademie NRW, wo Frau Fehlings de Acurio Referentin im Lehrgang `Fachkraft für elementarpädagogische Sprachförderung´ ist. 


www.mehrsprache.de 


Copyright © 2006 mehrSprache e.V.
Stand: 22. Dezember 2007